Der Stifter

stifterCarl von Heß, geb. 17.7. 1788, war der zweitjüngste von drei unverheirateten Söhnen des fuldaischen Hofrates und Gutsbesitzers Philipp von Heß und dessen Ehefrau Gertraud, geb. Wankel, eine gebürtige Hammelburgerin. Nach dem Besuch des Hammelburger Gymnasiums studierte er in Würzburg Philosophie und Forstwirtschaft. Den Forstdienst quittierte er bald um sich seinem in Schwärzelbach erworbenen Gut zu widmen. Dann baute er in Bad Kissingen ein Hotel und zog sich dort ins Privatleben zurück. Laut Kurliste Nr.19 traf am 2. Juni 1862 als Kurgast Nr.517 eine Gräfin von Hohenembs mit 24 Personen im Gefolge in Bad Kissingen ein und nahm Quartier bei Carl von Heß. Die Gräfin mit dem großen Gefolge war niemand anderes als Kaiserin Elisabeth von Österreich, liebevoll "Sissi" genannt.

Dieses Anwesen in Bad Kissingen, Grundstücke in den Gemarkungen Bad Kissingen und Hammelburg mit Hypotheken- und Handschrifts- Capitalien mit einem Gesamtwert von rund 283883 Gulden (nach heutiger Währung rund 7.500.000,-DM) bildeten den Grundstock der Carl von Heß'schen Krankenhaus und Sozialstiftung, die Carl von Heß mit seinem Tode am 2.10.1872 ins Leben rief. Aufgabe der Stiftung war es in Hammelburg ein Krankenhaus, ein Alten- und Pflegeheim, ein Waisenhaus und einen Kindergarten zu errichten und zu betreiben. Daneben unterstützte er die ambulante Krankenpflege. Auch Pfarrkirche, Bürgerspital und Seelhaus sowie die Schulen erhielten namhafte Legate.

Noch zu seinen Lebzeiten ließ Carl von Heß nach seinen Plänen die von Heß'sche Familiengruft mit Friedhofskapelle im Stadtfriedhof Hammelburg erbauen. Abschließend verfügte der Erblasser, daß seine Stiftungen vom jeweiligen Distrikts- Verwaltungsrat (heute Kreistag bzw. sein Krankenhaus- und Stiftungsausschuß) zu verwalten sind, uzw. unter Beiziehung des jeweiligen katholischen Pfarrers von Hammelburg, auch wenn er nicht schon gesetzlich hierzu berufen sein sollte.

Auch der jüngste der 3 Söhne, Bernhard Franz von Heß (geb. 1792 zu Hammelburg) hatte es zu Ruhm und Ehren gebracht. Er studierte nach dem Besuch des Hammelburger Gymnasiums Mathematik und Naturwissenschaften in Würzburg. Danach war er als Freiwilliger mit eigener Ausrüstung zur Fuldaer Landwehr gestoßen und hatte 1814 unter Fürst Schwarzenberg den Feldzug der gegen Napoleon verbündeten Heere in Süd- und Mittelfrankreich mitgemacht. Nach dem schließlichen Übergang Fuldas an Bayern trat er in bayerische Dienste und ging mit dem Prinzen Otto nach Griechenland, als dieser dort König wurde. B. Franz von Heß stieg rasch auf der militärischen Stufenleiter empor und brachte es bis zum königlichen Adjutanten und Kriegsminister. Beim Aufstand gegen Otto von 1843 wich er erst auf ausdrücklichem Befehl seines Herrn der Gewalt. Nach 10jähriger Abwesenheit zurückgekehrt, begann er seine Laufbahn im bayerischen Heer wieder als Hauptmann. Seine großen militärischen Verdienste brachten ihm 1853 den Rang eines Generalmajors und 1862 den eines Generalleutnants ein. Als er 1867 pensioniert wurde, verfielen seine Kräfte rasch, trotz aufopfernder Pflege bei seinem Bruder Carl von Heß in Bad Kissingen, wo er 1869 verstarb.

Carl und Bernhard von Heß waren sich einig in ihrem Wunsche, das Familienvermögen in eine Stiftung zu wohltätigen und gemeinnützigen Zwecken im Dienste für die kranken und alten Menschen einzubringen. Die sog. von Heß'schen Stiftungen sind auch heute noch ein Begriff, der zur Dankbarkeit gegenüber den Stiftern verpflichtet; ihr Name ist in die neuere Geschichte der Stadt eingegangen.

Gebrueder-von-Hess

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Literatur

buch stifter 1

Das Buch über den Stifter und die Geschichte der Stiftung.

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