Stiftungsgeschichte

"Pupillis et Pauperibus"
"Den Waisen und Kranken"

Durch Testament vom 15.08.1870 hat Carl von Heß (geb. am 17.10.1788 zu Fulda, verstorben am 2.10.1872 in Bad Kissingen und beigesetzt in der von Heß' schen Familiengruft im Stadtfriedhof zu Hammelburg) sein Erbvermögen in Höhe von rd. 288 000 Gulden für wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt und letztwillig u. a. zu seinem einzigen und Haupterben ein in der Stadt Hammelburg zu gründendes Distrikts-Kranken- und Pfründnerspital bestimmt.

Gleichzeitig ordnete der Stifter letztwillig an, dass das zu gründende Distrikts-Kranken- und Pfründnerspital in Hammelburg eine dem wahren Bedürfnis entsprechende Kleinkinderbewahranstalt für die Stadt Hammelburg und eine Rettungs- und Erziehungsanstalt für Kinder im vor- und -schulpflichtigen Alter zu gründen und zu unterhalten hat.

Abschließend in seinem Testament hat der Erblasser Carl von Heß den jeweiligen Distrikts-Verwaltungsrat des vormaligen Bezirks Hammelburg zur Verwaltung des Stiftungsvermögens bestimmt. Seit der Gebietsreform im Jahre 1972 ist dies der Landkreis Bad Kissingen.

Die Carl von Heß' sche Kranken- und Pfründnerspitalstiftung in Hammelburg ist am 2. März 1873 landesherrlich genehmigt worden. Die Genehmigung wurde im Amtsblatt des Königlichen Staatsministeriums des Innern Nr. 23 vom 13.3.1873 bekannt gegeben.

Die Stiftungsverwaltung hat im Vollzug des Stifterwillens

  • im Jahre 1876 ein Waisenhaus,
  • 1878 ein Krankenhaus mit Pfründnerabteilung und
  • 1954 einen Kindergarten errichtet.

In das Kranken- und Pfründnerspital durften seinerzeit nur 3 männliche und 3 weibliche Pfründner aufgenommen werden. Die Anstalt hatte den Hauptzweck, kranke Dienstboten, Gesellen und Lehrlinge aus dem ganzen Distrikt Hammelburg aufzunehmen, zu pflegen und zu verpflegen. Der sich ausdehnende Krankenpflegebetrieb erforderte im Jahre 1900 den Anbau eines Isolierhauses und im Jahre 1913 die Einrichtung eines den neuzeitlichen Anforderungen entsprechenden neuen Operationszimmers.

Bedingt durch die Nachkriegsverhältnisse, insbesondere durch die Errichtung von 2 Vertriebenen- und Flüchtlingslagern in Hammelburg (Landesdurchgangslager und Regierungsflüchtlingslager) wurde in den Jahren 1946 bis zum 14.8.1956 neben dem Kranken- und Pfründnerspital ein Zweigkrankenhaus im Regierungsflüchtlingslager Hammelburg betrieben und unterhalten.

Im Jahre 1956 wurde, da das Kranken- und Pfründnerspital in der Stadt Hammelburg mit dem Zweigkrankenhaus im Regierungsflüchtlingslager Hammelburg den erhöhten Bedürfnissen und dem Fortschritt der Medizin nicht mehr entsprachen, vom Landkreis Hammelburg ein neues Kreiskrankenhaus errichtet und teilweise ausgestattet. Es wurde am 15.8.1956 seiner Zweckbestimmung übergeben und wird seit dieser Zeit von der Carl von Heß'schen Kranken- und Pfründnerspitalstiftung unterhalten und betrieben. Mit dem gleichen Tage ist das im Jahre 1878 in der von Hess-Straße errichtete Kranken- und Pfründnerspital von der Stiftung dem Landkreis Hammelburg als Kreisaltenheim überlassen worden. Das Krankenhaus wurde im Jahre 1984 erweitert, laufend den modernen medizinischen Erfordernissen angepasst und hatte zuletzt 140 Planbetten. Zum 01.01.2004 wurde das Carl von Heß - Krankenhaus aus wirtschaftlichen Gründen an die Rhön-Klinikum AG verkauft. Die Stiftung hat damit den Krankenhausbetrieb eingestellt.

Das Dr. Maria-Probst-Seniorenheim wurde ursprünglich 1969 gebaut und im Jahr 1999 total saniert.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Stiftung wurde 1971 zusammen mit dem Schwesternwohnheim, welches seit 1984 als Pflegeheim Haus II genutzt wird, gebaut.

Das Waisenhaus aus dem Jahre 1876 wurde nach 99 Jahren im Jahr 1975 mangels Masse geschlossen. Der Kindergarten ging im Jahre 1980 an die Stadt Hammelburg über.

Schließlich hat die Stiftung ab 2003 die Pflegeheime des Landkreises Bad Kissingen in Bad Brückenau und in Münnerstadt für die nächsten 32 Jahre übernommen. Gleiche Aufgaben sollten gebündelt werden und so zu einem Synergieeffekt kommen.

Am 30. Juli 2004 hat die Stiftung eine GmbH gegründet.

Seit 01. April 2011 betreibt die Stiftung zusätzlich das im Jahr 2010 vom Bayr. Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. München gekaufte Seniorenheim Haus Rafael in Zeitlofs mit 41 Pflegeplätzen.

Ab dem 01.01.2013 konnte das Juliusspital Münnerstadt, als ein weiteres Haus im Landkreis Bad Kissingen in die Stiftung integriert werden.
Das Juliusspital verfügt neben einem Senioren- und Pflegeheim mit 75 Plätzen über einen Ambulanten Dienst, einer Fachstelle für pflegende Angehörige, einem Demenzzentrum und über ein Servicewohnen im Haus St. Michael.

In Oberthulba eröffnete die Carl-von-Heß´sche Sozialstiftung im Juni 2015 das neue Seniorenhaus ­Tulbatal mit 32 großzügigen und barrierefreien Einzel- und 4 Doppelzimmern.

Die Stiftung hat sich nach dem Stifterwillen im Wandel der Zeiten bis heute immer um kranke und gebrechliche Bürger unserer Region gekümmert - und so soll es auch bleiben. Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind gegeben.

Neben dieser Stiftung des öffentlichen Rechts hat der Stifter noch eine weitere Stiftung veranlasst, nämlich die Familien- und Kirchhofskapellenstiftung. Diese Stiftung hat auf dem städtischen Friedhof in Hammelburg eine Kirche mit Gruft für die Familienmitglieder der Familie Heß errichtet. Diese Friedhofskapelle befindet sich in einem hervorragenden Zustand und wird noch heute als Kirche genutzt.

Kontakt

Carl von Heß`sche Sozialstiftung
Ofenthaler Weg 18
97762 Hammelburg
Telefon (09732) 7886-100
Telefax (09732) 7886-101
info@vonhess-stiftung.de

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag

08:00 bis 12:00 Uhr

und

13:00 bis 16:30 Uhr

Stellenangebote

Wir sind immer interessiert an qualifizierten Pflegekräften.

Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Literatur

buch stifter 1

Das Buch über den Stifter und die Geschichte der Stiftung.

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