Artikel aus der Saalezeitung vom 25.02.2012

Drei Gebäudeeinheiten sehen die bisherigen Baupläne für das Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses an der Ernst-Putz-Straße vor. Neben dem neuen kreiseigenen "Haus Waldenfels" mit 90 Plätzen ist ein eigener Trakt "Betreutes Wohnen" mit 30 Einheiten vorgesehen.

Für das dritte Gebäude hat sich beim Investor, der Carl von Heß'schen Stiftung, das Dominikus Ringeisen Werk als Mieter beworben, um für 24 Menschen mit Behinderungen eine Wohnmöglichkeit schaffen zu können. "Die Nachfrage nach Plätzen aus dem Raum Bad Brückenau ist überraschend groß", sagte Doris Kaufmann, die Projektbeauftragte des Ringeisen Werkes, beim CSU-Bürgertisch.

Bisher werden Menschen mit Behinderungen aus dem Altlandkreis seit Jahren durch die Stiftung des Dominikus Ring-eisen Werks in Maria Bildhausen betreut oder werktäglich zu Werkstätten nach Hammelburg oder Fuchsstadt gefahren. "Wir möchten gerne bei diesem Neubauprojekt des Landkreises in Bad Brückenau ein eigenes Gebäude erhalten, das nicht mit Mehrbett-, sondern mit Einzelzimmern ausgestattet werden soll, wie es die meisten von zuhause auch gewohnt sind", erklärte Doris Kaufmann in der Georgi-Halle.

Als großen Vorteil der neuen Planung sieht sie unter anderem die Nutzung der gemeinsamen Küche durch Haus Waldenfels und das betreute Wohnen. Weitere Vorteile sind gemeinsame Gottesdienste und Begegnungen von Behinderten und Senioren. "Es gibt schon Wohngruppen in einigen Orten, in denen Kontakte mit Senioren und Ehrenamtlichen gewachsen sind."

Auf vollen Touren

"Detailplanungen für das Neubaukonzept Haus Waldenfels laufen auf vollen Touren", stellte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks Einzelheiten des Zwölf-Millionen-Euro-Projekts auf dem Gelände des ehemaligen Kreiskrankenhauses vor. Im Auftrag des Landkreises "nimmt die Carl von Heß'sche Stiftung viel Geld in die Hand". Der Hang oberhalb der Ernst-Putz-Straße mit den für Brückenau typischen Quellen verlange besondere Bebauungstechniken. Drei Gebäudekomplexe, das neue Seniorenhaus Waldenfels, ein Haus mit Erkern und Balkonen für betreutes Wohnen und das Haus des Ringeisen Werks werden nach den vorliegenden Plänen in das abfallende Gelände eingebaut, verbunden mit einer Tiefgarage.

Im Erdgeschoss könnte eine "Art Dorf" entstehen, so die Vision der Bürgermeisterin. Ein Verbindungsgang sei von der Hartstraße zur Ernst-Putz-Straße möglich. Die Caritas wird ihren Ambulanz-Stützpunkt ebenfalls im Bereich des alten Krankenhauses einrichten. Die stadt- und parknahe Lage sowie die Nachbarschaft von Kurhalle und Musikschule sieht Brigitte Meyerdierks als Vorteile der geplanten Einrichtung.

Für die Neugestaltung des gegenüberliegenden Georgi-Parks vom alten Minigolfplatz bis zum Wassertretbecken gibt es nach Hinweis der Bürgermeisterin erste Förderungszusagen. Bereits Ende des Jahres sind erste Arbeiten für einen Mehrgenerationsspielplatz vorgesehen.

Ob das derzeitige Gebäude "Haus Waldenfels" später als Erwachsenen-Bildungszentrum oder Hotel genutzt werden könnte, überlegte die Bürgertisch-Runde. Das Haus, Baujahr 1970, sei durch die Carl von Heß'sche Stiftung immer wieder renoviert worden und gut gepflegt. Alleine die Größe der Zimmer entspreche jedoch nicht mehr den neuen Bestimmungen der Altenpflege. Welche Perspektiven sich künftig für das Haus ergeben, könne erst nach dem Umzug in einigen Jahren entschieden werden, sagte die Bürgermeisterin.

 

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