15.01.26 | Im Zuge des Neubaus des Schulzentrums HAB (SZ HAB) wird das bisherige Gymnasium Hammelburg einer neuen Nutzung zugeführt. Die Carl von Heß Sozialstiftung plant dort die Umsetzung des Projekts Servicewohnen für Senioren.
Die Stadt Hammelburg überlässt dem Landkreis Bad Kissingen die bebaute Fläche des Gymnasiums, während die Freiflächen bei der Stadt verbleiben bzw. an sie übertragen werden. Der Landkreis wiederum überträgt seinen Anteil an die Carl von Heß Sozialstiftung (CvH). Die entsprechenden Beschlüsse wurden im Kreisausschuss gefasst.
Geplant ist die Umsetzung eines Projekts für Servicewohnen am bisherigen Gymnasiumstandort. Grundlage für diese Planung ist eine von der Stadt Hammelburg in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie des Planungsbüros Breunig. Darin wurde das gesamte Areal – bestehend aus Gymnasium, Realschule und Förderschule – untersucht, insbesondere im Hinblick auf die Eignung für Servicewohnen. Die Ergebnisse bestätigen die grundsätzliche Umsetzbarkeit und bilden die Basis für die weitere Projektentwicklung durch die CvH.
Der Umbau des Gebäudekomplexes soll beginnen, sobald das Gymnasium im Jahr 2027 in das neue Schulzentrum umgezogen ist. In einem ersten Schritt ist vorgesehen, Teile der Verwaltung der CvH in das Gebäude zu verlagern. Das Angebot des Servicewohnens soll anschließend schrittweise ausgebaut werden. Nach ersten Überlegungen könnten perspektivisch bis zu 100 Wohnungen entstehen. Ergänzend sind Flächen für die Verwaltung der Stiftung sowie für Gesundheitsdienstleister vorgesehen. Dabei orientiert sich die Sozialstiftung an den positiven Erfahrungen vergleichbarer Projekte, unter anderem in Münnerstadt.
„Mit dem Servicewohnen im ehemaligen Gymnasium schaffen wir in unserem Landkreis ein weiteres wichtiges Angebot für ältere Menschen. Hier können sie selbstbestimmt leben und weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Es geht um Lebensqualität, um Würde und um die Gewissheit, nicht allein zu sein, wenn man Unterstützung braucht. Mit der Übertragung des Gebäudes an die Carl von Heß Sozialstiftung haben wir einen verlässlichen Partner, der das Servicewohnen mit viel Erfahrung und Engagement umsetzen wird“ , resümiert Landrat und Stiftungsratsvorsitzender Thomas Bold.
„Die Nachnutzung der Gebäude des bisherigen Gymnasiums durch den Landkreis Bad Kissingen bzw. die Carl von Heß Sozialstiftung ist in der geplanten Form ein Glücksfall für die Stadt Hammelburg! Im Umfeld der bisherigen Schulen wird ein neues Stadtquartier entstehen, in dem auch noch weitere Flächen für die Wohnraumschaffung vorgesehen sind. Die gesamte Ausrichtung wird zahlreiche Synergien mit sich bringen und die Stadt Hammelburg in ihr Entwicklung enorm nach vorne bringen“, ergänzt Bürgermeister Armin Warmuth.
Das Vorhaben bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Der weitgehende Erhalt und die Umnutzung des bestehenden Gebäudekomplexes leisten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Zugleich entspricht das Projekt den Vorgaben der städtebaulichen Entwicklungsstudie für das Areal des Gymnasiums Hammelburg. Die innerstädtische Lage bietet eine sehr gute Infrastruktur mit Nähe zu ärztlicher Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten und dem öffentlichen Personennahverkehr.
Durch die Öffnung in den Sozialraum kann langfristig ein neuer, lebendiger Stadtteil entstehen. Gleichzeitig werden durch den Umzug älterer Menschen in betreute Wohnformen größere Wohnungen und Häuser frei, die wiederum von Familien genutzt werden können.
Mit dem Projekt ergänzt die Carl von Heß Sozialstiftung ihr bestehendes Angebot, besonders das des Seniorenheims Dr.-Maria-Probst. Bislang gab es in Hammelburg kein Angebot für Servicewohnen, obwohl der Bedarf älterer Menschen nach Unterstützung, Sicherheit und gesellschaftlicher Teilhabe vorhanden ist. Das neue Projekt richtet sich ausdrücklich an Menschen ohne oder mit niedrigem Pflegegrad und stellt keinen Einstieg in die vollstationäre Pflege dar, sondern ein selbstbestimmtes Wohnangebot mit bedarfsgerechter Unterstützung.



